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27. Juli 2007 in
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Liebe Gemeinde,
die letzte Woche war (und ist und wird) sehr sehr aufregend und anstrengend. Das schon beschriebene „Mustering“ ist voll im Gange.
Jeden 2. Tag werden aus den entfernten Bereichen der Station mit 2 Helikoptern in der Luft und einem 4WD (dem Bullcatcher) am Boden das Rindviehzeugs zusammengescheucht und in die „Yards“ (Sammel- und Sortierplatz) getrieben.
Bei der ersten Musterung waren es 850, dann 1800, dann 600 und gestern 350 Stück.
Also immer einen Tag Treiben und den nächsten Tag „Draften“ (Sortieren): Die Tiere werden einzeln während eines Laufvorganges in entsprechende GitterBereiche geschleust.
Da sind Bullen dabei, denen möchte man lieber nicht im Busch begegnen – alle, die in den Yards am Boden mit den Tieren arbeiten, müssen schnell im Schritt – und hoch im Sprung sein!
Wir mußten schon viele Male die Gitter emporspringen um weitere schmerzhafte Begegnungen zu vermeiden.
Aber mit der Zeit kann man an den Augen ablesen, mit wem man es zu tun hat. Obwohl ich Rinder für dumm halte, sind sie dem Menschen doch ziemlich ähnlich und neigen gleiche Verhaltensweisen an den Tag zu legen!
Am 2. Tag hatte ich die seltene Möglichkeit 1 Stunde mit Franz im Chopper mitzufliegen und das Mustering von der Luft aus zu beobachten. Bilder mal wieder (wo auch sonst) unter http://www.bildervomnikolaus.de
Es ist unglaublich, mit welcher Genauigkeit, Schnelligkeit undf Wendigkeit die beiden Chopper Rotor in Rotor arbeiten! Das werden Tiere unter Bäumen hervorgeholt, indem der Heli 1 Meter über dem Boden mitten im Busch hin- und her fliegt!
Der 2. Pilot ist eine Ikone was das „Helimustering“ angeht. Er hat die meisten Flugstunden weltweit auf diesem Typ Hubschrauber und wird in ganz Australien für Flugaufträge gebucht. Da er ein Freund der Familie ist, kommt er immer für 1 Woche vorbei und hilft Franz beim Fliegen.
Ich bin meistens am Boden unterwegs und düse mit dem QuadBike durch den Busch und suche und treibe. Modern Cowboys don‘t use horses!
Das geht immer so weiter, bis von den zur Zeit ca. 9000 Tieren alle durch die Yards gegangen sind. Die meisten werden wieder freigelassen. Einige werden später enthörnt, kastriert, verkauft.
Da man nie 100% des Bestandes zusammenbekommt (dafür sind Teile des Landes zu rough und bieten gute Verstecke), bekommt man früher oder später die sogenannten „Cleanskins“ (Tiere, die noch nie durch die Yards gegangen sind) zu Gesicht. Diese Tiere haben teilweise noch nie einen Menschen gesehen – geschweige denn sind eingesperrt gewesen. Das sind die gefährlichsten – bei denen kann man davon ausgehen, daß sie sofort angreifen. Sie befinden sich in einer Notsituation unter Druck und wollen einfach nur wieder raus.
Teilweise mußten wir große Bullen erschießen, da sie nicht zu halten waren, die Herde zu sehr aufmischten und eine Gefahr für alle waren. Dort sprach dann das Blei! Und am nächsten Tag gab es BullmeatPie … mhhh!
Ich habe vorgestern mit Marlee und Franz gesprochen: Sie sind sehr zufrieden mit mir – und ich werde also noch einen oder 2 Monate auf der Station bleiben.
So – ich muß zum Homestead zum Dinner … es gibt Rind!
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21. Juli 2007 in
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Neue Bilder unter http://www.bildervomnikolaus.de!
Da die Zeiten der sicheren Rinderhaltung mit stabilen BeefPreisen in Dollar pro Lebendgewicht vorbei sind, haben die Ranachers den Tourismus als zusätzliche Einnahmequelle erschlossen.
Neben dem „Herrenhaus“ ist ein weiteres Haus mit 12 Zimmern mit jeweils Bad und 3 Betten, die bezogen werden können. „The Guests“ werden ausschließlich eingeflogen – entweder selbst oder durch unseren 24jährigen Piloten Tom, der hier auf der Station seine Stunden zusammenfliegt.
Meist kommen kommen die Gäste aus Darwin oder Kunanara. Es ist zwar recht teuer hier zu bleiben – aber wenn man bedenkt, daß man hunderte Kilometer vom nächsten Hotel entfernt ist, sehr sehr gutes frisches Essen bekommt und weitere Aktivitäten wie Helikopterflüge, Sightseeingflüge, Wanderungen, Aboriginale Felsmalerei, Reiten, Übernachten im Freien usw. geboten bekommt – lässt sic h der Preis vertreten. Ist aber trotzdem recht exklusiv hier zu bleiben. Die meisten Gäste bleiben ein paar Tage und entfliegen dann meißt sehr beeindruckt wieder.
Also haben wir hier immer Abwechslung und hocken nicht alleine aufeinander herum.
Ich genieße im Gegensatz zu den anderen, die hier arbeiten, einen anderen Status: Da ich nicht bezahlt werde, habe ich ein paar mehr Freiheiten und bekomme dadurch sogar einiges geboten: Letztens hat Franz einen Gast einen Büffel versprochen – im letzten Jahundert wurden Büffel als Zugtiere aus Indonesien importiert. Diese verwilderten ziemlich schnell – und nun gibt es hier in Australien eine größere wilde Büffelpopulation, als in deren Ursprungsland. Hier auf dem Anwesen leben eine große Anzahl dieser „German Tanks“, wie sie gerne genannt werden. Riesige kraftmaschienen, die „einiges an Jagdkugeln vertragen können“, bis sie aufgeben.
Also wurde ich mit dem Hubschrauber mit auf Büffeljagt genommen. Nachdem wir ein einzelnes Tier aus der Luft ausgemacht hatten, landeten wir im Busch und gingen auf die Pirsch. Nur das Beste Fleisch und der Kopf wurde mitgenommen – den Rest bekamen die Geier und Dingos (Dingen / Dingi).
Also gibt es heute Abend Büffel!
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13. Juli 2007 in
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Ich habe ein paar neue Bilder unter http://www.bildervomnikolaus.de/ hinzugefügt, welche erklärt werden möchten: Die Luftaufnahmen habe ich nicht gemacht. Ich habe unserem Piloten meine Kamera in die Hand gedrückt und befohlen freihändig zu fliegen um Bilder zu schießen! Continue reading ‘Around Bullo’
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8. Juli 2007 in
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Bevor ich nach Darwin geflogen bin, hatte ich einen Tag Aufenthalt in Sydney. An diesem Morgen hatte sich vor Australien eine ungewöhnliche Wettersituation über Nacht aufgebaut, die einen ordentlichen „Swell“ in Sydneys Buchten drückte! Continue reading ‘Wellenritter in Sydney’
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3. Juli 2007 in
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Nach den ersten herrlichen Eindrücken wurde ich erstmal ge„blooded“ – Marleen hat zwei sogenannte „Killer“ geschossen -> 2 Rinder für den Eigengverzehr. Und diese müssen nunmal gehäutet werden: Mir wurde ein Messer in die Hand gedrückt und ich mußte mein erstes frisch ausgenommenes und hängendes Rind häuten (Bild) – man gewöhnt sich schnell daran und es macht sogar etwas spaß! Continue reading ‘Erster Arbeitstag’