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19. Oktober 2007 in
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Meine Herren, hier hat sich ja in der Zwischenzeit garnichts getan! Vielleicht sollte ich mir mal eine Sekretärin mit blühender Phantasie hier hinsetzen und Geschichten erfinden!
Es ist in der Tat viel passiert. Ich habe Darwin nach langer Autosuche mit einem kleinen Bus verlassen (siehe hier) und bin wieder auf der Station gelandet – irgendwie wollte ich meinen Geburtstag in vertrautem Kreis erleben :-)
Dort hatte sich so einiges getan – um die Station herum brannten Buschfeuer, die nachts den Horizont erglimmen ließen. Die Station an sich war nie bedroht – viel schlimmer ist die Tatsache, daß oft solche Feuer wertvolle Nahrung der Rinder frißt! Ist aber alles glimpflich ausgegangen – ich selbst mußte mit Franz eines Tages ein Feuer bekämpfen: mit Spaten und Rückbrennung. Ich schwotz (schwitzte) noch nie so viel, wie an diesem Tag. Also Feuerwehrmann bin ich nun auch!
Ende Oktober hatte ich 2 Tage frei und habe mein kleines Kletterprojekt in die Hand genommen – ich hatte die Idee einen Berg zu erklimmen und dort zu übernachten. Ich bin oft an dem „Hügel“ vorbeigefahren und habe gedacht: Das wär‘ doch mal eine Bergspitze zum Übernachten. Die Spitze des sogenannten Afgahns Cap besteht nur aus großen Felsbrocken. Die Nacht war extrem ungemütlich, tierisch windig … aber mystisch. Franz wollte natürlich gleich wissen, ob er dort mit dem Hubschrauber landen und einen Funkturm aufstellen kann.
Ich habe gestern die Station schwerenherzens verlassen, habe noch mit schweizerischen Ruth, der deutschen Theresa dem spanischen Xabier eine Abschiedsnacht im Busch an einem kleinen, krokodilfreien Wasserloch verbracht und bin heute Morgen 76 Kilometer Dirtroad gefahren – und am Ende rechts Richtung Westküste abgebogen.
Die Zeit auf Bullo war einmalig – ich habe in den letzten Monaten so viel erlebt, geschaffen, gelernt, und gesehen, daß ich noch immer ganz benelbelt hier in Kunnunarra in einem luftcondotionierten Internetcafe sitze und mich ersteinmal sammeln muß! Und wer weiß – vielleicht gehe ich irgendwanneinmal wieder zurück ;-)
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4. Oktober 2007 in
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Zur Abwechslung möchte ich den Neugierigen und Interessierten Mitlesern hier von einem Phänomen Namens „Min Min Lights“ erzählen.
Ich habe nun schon Einiges darüber gehört – von verschiedenen Seiten – und es hat mir immer einen Schauer den Rücken runter laufen lassen. Selbst jetzt, da ich darüber schreibe … aber vielleicht ist es auch nur die Aircondition, welche mich erschaudern lässt :-)
Die sogenannten Min Min Lights sind eine nicht erforschte Erscheinung im Outback und im tiefen Busch. Es passiert immer nachts – und vor Allem in abgelegenen einsamen Gegenden: Aus heiterem Himmel taucht ein blaues Licht aus dem Dunkel auf. Als ob jemand mit einer starken Lampe umhergeistern würde. Es ist immer ein großes blaues Licht, welches man aber nicht richtig erfassen kann. Es ist unscharf – schwer einzuschätzen. So wie das ARAL-Blau ohne Brille. Von der Größe einer großen runden Papier-IKEA-Lampe. Wenn man auf das Licht zugeht, kann man es nie erreichen – wenn man davon wegläuft folgt es einen. Es behält immer den gleichen Abstand! Man hat also das Gefühl, daß da draußen jemand/etwas ist … und einen beobachtet und verfolgt.
Die Aboriginals haben geglaubt, daß das Licht Tod ankündigt und haben eine Heidenangst davor. Zu den Zeiten, als auf der Bullostation noch Aboriginals gearbeitet haben, war es nicht möglich über nacht mit ihnen im Busch zu bleiben. Sie konnten vor Angst nicht schlafen. Somit mußte man nach 3 Tagen wieder zurückreiten und die Arbeiter ersteinmal ausschlafen lassen.
Einige sind im Zusammenhang mit den Lichtern gestorben: Einige sind in Panik vor dem Licht geflüchtet und verschollen, andere haben sich verlaufen oder sind beim Umhergeistern verunglückt. Man geht davon aus, daß es eine art elektrische Aufladung in der Luft ist, da es meistens in weiten, trockenen Gegenen vorkommt.
Jeder, der mir von ihnen berichtet hat (bis jetzt 4 Australier), taten dies voller Ehrfurcht und mit einer kleinen Portion Angst!
Ich hoffe, daß ich eins sehen werde!
Seltsam – aber so steht es geschrieben … gute Nacht und der Letzte macht das Licht aus!