Monthly Archive for Januar, 2008

Liebes Tagebuch…

… es ist ja nun wieder eine kleine Zeitlang her, daß neue Geschichten hier auftauchten. Nicht jeder Tag ist ein Abenteuer hier unten :-)
Das neue Jahr hat schon wieder etwas seiner Junghaftigkeit verloren und das Leben geht weiter: Ich habe einen CashJob 25 Kilometer östlich von Perth gefunden: „Landscaping“ nennt sich das hier d‘rüben: Wir beschneiden, fällen, stutzen, trimmen und verschönern Bäume, Büsche, Palmen und sonstiges Gestrüpp im Auftrag der Gemeinden. Sehr nettes kleines und hilfsbereites Familienunternehmen.
Ich wohne zur Zeit, für eine kleine wöchentliche Miete, beim dem Sohn des Cheffs im Garten in einer kleinen Hütte.
Und gleich nach 5 Tagen wurden die Nerven von Michael (Sohn de le Chef) auf die Folter gespannt … Folgendes trug sich zu: Wir sind am Freitag Wakeboarden gegangen, mit einem Jetski, Seil und Wakeboard auf den großen SwanRiver. Es klappte bei mir recht gut (Vorbildung durch Kitesurfen). Aber nach 2 Runden mußte ich aussetzen, da ich Rückenschmerzen bekam. Naja – beim nächsten mal Aufwärmtraining ;-)
Die Rückenschmerzen wurden immer schlimmer … nachts um halb 2 bin ich vor schmerzen aufgewacht und konnte mich nicht mehr bewegen. Die Schmerzen kamen in Wogen, nahmen mir dem Atem und ließen mich im Dunkeln leiden. Mir wurde schlecht vor Schmerzen … ich schleppte mich in‘s Haupthaus, riß Michael aus seinem Schlaf und bat um Hilfe. Ich wältzte mich vor Schmerzen auf dem Teppichboden. Das muß ein bizarres Bild abgegen haben: Ein deutscher Tourist rollt verkrampft und röchelnd auf einem australischen Schafswollteppich in einem Wohnzimmer herum. Michael war auch ratlos – heiße und kalte Umschläge halfen nicht. Also TrippleZero (000) angerufen und eine Ambulanz bestellt.
Diese kamen dann auch nach 30 Minuten und nahmen mich mit. Da die Schmerzen immer schlimmer wurden (Schmerzlokalpunkt rechts, unterer Rücken, kurz über Po-Wange), gaben mir die Herren in Weiß ein Inhalationsstift, der mit SchmerzmittelPuder gefüllt war. Es schmeckte nach Erdbeere und nahm mir etwas von dem ersten Leiden.
Im Krankenhaus pumpte man mich mit Tropfen, Pillen und Spritzen voll – aber nichts half wirklich. Da hörte ich eine Schwester flüstern: …bla, bla, morphium, bla, bla! Yes, dachte ich nur. Jetzt kommt „the hard stuff“ – das sollte mir helfen! Und nach diversen Unterschriften die ich zu leisten hatte, floß das gute Gift in meine Adern, erfüllte mich mit Wärme, Wonne und Schmerzlosigkeit. Ich genoß den Rausch und döste vor mich hin.
Ich muß vorher ein ungewöhnliches Bild abgegeben haben: Da ich keine schmerzfreie Position im Bett einnehmen konnte, rollte ich permanent stöhnend hin- und her … mit den Armen wedelnd.
Und was war es nun? Durch die Wakeboardaktion hat sich ein Nierenstein (Ja, ich hatte einen Nierenstein) gelöst, dieser wanderte dann nachts durch meine Niere und bereitete mir die höllischen Schmerzen … zum Kindergebähren. Ich fühle nun mit allen werdenden Müttern und leide mit ihnen!
Am nächsten Tag wurde ich Abends entlassen – ich kann mich an nicht besonders viel erinnern – das Morphium tat seine gute Wirkung. Ich habe nun eine Woche frei um wieder fit zu werden. Ich hätte gern‘ einmal guten Tag zu meinem Nierenstein gesagt … aber der ist ja nunmal weg (und der CT-Scan hat keinen neuen mehr angezeigt).
Hätte gern‘ meinen Nierenstein auf meinen Nierentisch gestellt!

2008 und im Motor hat’s gekracht!

Ersteinmal herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr an Euch!

Ich habe aufregende Sylvester verlebt – allerdings muß man dazu seine Sichtweisen zu aufregenden Dingen etwas ändern:
Nach meiner kleinen Weihnachtsfeier in Guilderton habe ich mich auf den Weg Richtung Perth gemacht. Dort wollte ich einen Freund treffen, den ich vor Sylvester da „rausholen“ wollte – wir hatten vor den Jahreswechsel fern ab von der Stadt verbringen. Perth war komplett ausgebucht und überlaufen.
20 Kilometer vor Perth ging das Abenteuer los: Plötzlich krachte es im Motorengebälk und Kanonenschüsse hallten durch meinen Auspuff und durch die Straßen! Something was terribly wrong!
Mit allerletzter Kraft und einem kleinen netten Treffen mit einem Polizisten, habe ich die Jugendherberge erreicht und sah mich schon „buslos“ leben.
Am nächsten Tag suchte ich eine Werkstatt auf, die „angeblich“ den Fehler fanden und sich darum kümmerten. Es war schon ein Akt eine geöffnete Werkstatt zu finden – zwischen Weihnachten und Sylvester hat hier vieles geschlossen.
Die Herren unter der Hebebank hatten mir den sogenannten „Coil“ ausgewechselt – das Teil, was für die Herstellung der Zundfunken zuständig ist … fragt mich nicht!
Also war ich wieder mobil, packte Jonas ein und wir fuhren los. Nach ca. 1 Stunder ruhiger Autofahrt brach es wieder über uns herein: Mein Motor kämpfte, krampfte und kotzte nur so vor sich hin und verweigerte sich. Und wir standen 30 Kilometer vor Perth in einem Weinanbaugebiet. Mistverdammter!
Wir haben ihn später wieder zum Laufen bekommen und mit spuckendem Antrieb schafften wir es auf einen kleinen Campingplatz nebst Autobahn!
Da es Samstag Abend war, hatten wir keine Möglichkeit ihn reparieren zu lassen bis Montag morgen. Also buchten wir uns für 2 Tage dort ein.
Der Campingplatz … what a place: Kangaroos aus Ton, gerade Beetkanten, viel Beton, ein kleiner dreckiger Pool, viele Verbootsschilder -> (Do not take talkumpowder into the showers … ???) und 90% Senioren, die dort ganze Monate verbringen. Wir trieben das Durchschnittsalter gewaltig nach unten mit unserer Anwesenheit. Und wir hatten Angst, wurden schräg angesehen und waren ratlos.
Der Plan war es dann am Montagmorgen erneut zu einer Werkstatt zu fahren.
Monday morning … der Motor war tot … meine Reise war wohl dort zuende. Ich wollte mich schon für die restlilche Zeit meines Visums auf dem Platz einmieten. Hatte mir schon einen netten Campingwagen ausgesucht „Golden Western“ hieß er – und er hatte Aircondition.
Aber dann erinnerte ich mich an goldene Information: Ich zückte meine godene (gelbe) ADAC-Karte und rief den australischen ADAC an. Tatsächlich ist man als ADAC-Plusmitglied in Australien mit dem Basispaket hier mitversichert. Also kam ein Mechaniker auf den Platz – riss an Kabeln herum und meinte nur – „no worries – but I can‘t help you – it‘s a job for the towtruck“.
Also kam ein Abschleppwagen und nahm meinen fahrenden Turnschuh huckepack. Da hatten meine Nachbarn aber blöd d‘rein geschaut! Dieser trieb dann auch noch eien Werkstatt auf, die an dem Montag vor Sylvester geöffnet hatte und unsere Reperatur noch mit reinquetschen konnte. Es war letztendlich nichts großes: ZündungsKabel waren hinüber, der Schaden hielt sich in Grenzen. Und der Mechaniker auf dem Platz und der Absachleppwagen wurden vom ADAC bezahlt. Und das ist auch gut so!

Uns war nicht zum Feiern zu mute – wir fuhren an die Küste, suchten uns einen kleinen Campingplatz mit Riesendüne vor der Haustür und feierten Sylvester auf der sandigen Spitze … das war aber spitze! Wir konnten das Perther Feuerwerk sehen, überall gröhlten Australier – aber keine Böller wegen Bushfeuer!

2 Tage später fuhren wir wieder nach Perth herein – ich wohne zur Zeit in einer kleinen netten Jugendherberge in Northbridge. Ein aufregender Stadtteil: Sehr viele Asiaten, auf ihre „wuselnde“ Art und Weise Restaurants, Läden und Cafés betreiben.
Hier stehen noch all‘ die alten Häuser aus der Kolonialzeit – eine sehr schöne Mischung aus Skyscraper und Timescraper! Werde mal eine kleine Fototour machen!

Gut dem Dinge!