Die Tage sind gezählt.

Liebes Tagebuch,
wir sind von Cervantes weiter gen Norden Richtung Port Denison/ Dongara gefahren.
Dort wurde im Februar der sogenannte Kitestock abgehalten. In der Hoffnung noch die Restwinde vom Februar abzubekommen standen wir am Strand im Regen, haben mit den einheimischen kitesurfern klug gesnackt und Mathias hat seine Drachen etwas in die verregneten Winde gehalten.
Nördlich von Port Denison gibt es den 7-Mile Beach, an dem ich schon bei meiner Westküstenherunterreise übernachtet hatte (nun werde ich endlich mal die Funktion benutzen können, in meinem eigenen Blog zu verlinken)! Wir standen an meinem alten Platz am Strand und haben ziemlich unerfolgreich nacht geangelt – das einzige, was wir fingen, war die Dunkelheit.
Weiter ging es dann in einem Stück bis nach Kalbarri – da ich ja wiegesagt die Gegend schon kannte, habe ich unbezahlten Tourguide gespielt und wir bewanderten im hiesigen Nationalpark die Canyons und Flußbette (ein Flußbett – viele Flußbette). Wir haben uns dann einen Tag in Kalbarri die Profisurfer am Jackson Point angesehen. Eine Welle, die um die wirklich um die Ecke auf ein Riff zuläuft. Welle küsst Riff – und dazwischen muskulöse Helden auf Brettern. Wir erfuhren, daß gerade eine Woche zuvor ein Surfer auf‘s Riff aufgeschlagen ist und nun in Perth Krankenhaus liegt. Somit blieb es bei Staunen und Baked Beans mit Toast am Strand für uns … dafür sind wir Profi genug!

Kalbarri ließen wir im Norden Kalbarri sein und fuhren Richtung Lancellin – wir sind nun seit 2 Tagen hier. Fahren im „Australien Style“ mit dem Bus am Strand entglang, surfen, angeln, lesen, kiten ein wenig und genießen unsere letzten Tage. Da ich am 25. Juni mit einem lachenden und einem sehr weinenden Auge in‘s Flugzeug steigen muss, genieße ich die letzte Zeit meiner nomadigen Freiheit. Mathias bleibt noch einen Monat länger als ich in Terra Australis.
Mir steht noch der Verkauf meines heißgeliebten Busses bevor. Aber vielleicht pack‘ in den fahrenden Turnschuh in einen Überseecontainer und hole ihn am Hamburger Hafen wieder ab. In St. Peter Ording würde ich der Held sein mit dem Gefährt – nur das Steuer auf der rechten Seite würde stören … egal – dann fahr‘ ich halt nur noch rückwärts!

Sonst gibt es nicht besonderes weiter zu tippen. Wir stehen unter dem riesigen Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre auf einem einsamen Parkplatz im Nichts, haben die Bäuche voller Selbstgekochtem, Mathias liest, ich tippe, der Kühlschrank brummt und unsere Öllampe (der gute alte Russe) vertreibt die kriechende Kälte aus unserem Bus. Uns geht es gut!

Ach ja … als ich noch auf der Station im Northern Territory Cowboy spielte, haben wir einen österreichischen Autor / Journalist zu Besuch gehabt. Dieser war im Auftrage einer österreichischen Zeitung unterwegs und hat einen Reisebericht über die Station geschrieben. Dieser ist in der Online-Ausgabe zu lesen. Der Bericht ist etwas älter – habe aber erst vor Kurzem den Link bekommen: http://derstandard.at/druck/?id=3224195

N&M

6 Responses to “Die Tage sind gezählt.”


  • Viel Spass während der letzten drei Wochen und einen guten Start in der Heimat! Grüsse aus Kolumbien. Seal III.

  • Hä? Ich dachte, Du wolltest Dich in AUS ansiedeln? Wolln sie Dich etwa nicht haben?

    Sonst lass den Bus doch da stehen und flieg in 6 Monaten wieder hin – was willst Du in diesem beknackten, hysterischen und paranoien Deutschland? Das würde ich mir 3mal überlegen. Echt.

    Australien paßt viel besser zu Deinem Lebensstil als Bad Old Germany.
    Ich mein ja nur. :-)

  • Hui…Nikolaus,
    ist das Jahr schon herum?! Die Zeit rast ja wirklich, Schnipps haben wir hier gemacht, waren ein bisschen kiten, haben einpaar Schneeflocken auf der Nase tanzen lassen und schneller als wir dachten, bist Du wieder zurück.

    Geniesse Deine letzten Wochen und mach Dir das Herzelein beim Abschied nicht so schwer, es war ja nicht Dein letzter Besuch in Down Under.

    LG Sabine

  • Hey Niko, jedes Ende ist ein Anfang, zumindest glauben das alle Nicht-Christen und Nicht-Moslems ;)… Und du weißt ja: Perth endet, Böhl wartet. Böhlicious!! Freu mich schon, dass wir mal wieder das Perth Norddeutschlands abrocken können. Komm gut heim!!!
    Christian

  • @ Christian Nail:
    “Böhlicious” That sounds great … I look forward to the Böhlsansation! Melde mich schonmal in Deinem fliegenden Schweden an. Wenn da noch eine Lücke zwischen Kinderwagen und Brettsammlung ist :-)

  • waren das WE in Böhl, haben schonmal nen Stellplatz für Dich reserviert :)
    Es ist weiterhin herrlich und leer dort!
    bis bald und lieben Gruß
    petra

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